Karstkundlicher Wanderpfad (Rundwanderweg)

Eckdaten:

Startpunkt: Parkplatz am Bahnhof in Neuhaus an der Pegnit (kostenfrei - gegenüber von der Brauerei)
Dauer: 4,5 Stunden ohne Besichtigung Maximiliangrotte und Burg Veldenstein (hier mind. 1 Stunde mehr einplanen)
Höhenunterschied: +/- 344 m
Länge: 13 km
Schwierigkeitsgrad: T2 - leicht
Wegbeschaffenheit: Waldweg, Felsen
Kinderwagengeeignet: nein
Aufnahmen und Video: April 2016

Beschreibung:

Der karst- und höhlenkundliche Wanderpfad führt uns vorbei an Höhlen, Dolinen und skurrilen Felsformationen. Der gesamte Weg ist mit einem "grünen Punkt" markiert.

 

Wir parken beim Bahnhof in Neuhaus an der Pegnitz (kostenfrei - gegenüber von der Brauerei). Unmittelbar hinter der Pegnitzbrücke steigen wir zum Fluss hinab und wandern an ihm entlang. In der leichten Strömung nehmen ein paar Enten gerade ein Bad und tauchen fleißig. Anschließend finden wir nach der Kneippanlage linker Hand einen eingezäunten, jetzt zur Fischzucht genutzten Quelltopf.

 

Wir überqueren die nach Finstermühle führende Asphaltstraße und befinden uns in der Einmündung des Hasellohe-Tales ins Pegnitztal. Es handelt sich hier um ein Trockental, eine typische Karsterscheinung der Frankenalb. Einige hundert Meter talaufwärts, anfangs an einer Koppel entlang, liegt versteckt am linken Berghang die Distlergrotte. Die Größe des teilvermauerten Eingangs der Distlergrotte beträgt etwa 0,5 × 1,5 Meter. Er ist im Winter mit einer Eisenstange verschlossen. Die Höhle ist etwa 90 Meter lang und als abwärtsführendes Etagensystem aufgebaut. Direkt hinter dem schmalen Zugang ist mit der flachen 20 Meter langen und acht Meter breiten Eingangshalle zugleich ihr größter Raum erreicht.

 

Wir laufen nun weiter, sehen jede Menge Jägerstände und erblicken einige Rehe, die sich von uns nicht stören lassen. Anschließend gelangen wir zu der Mysteriengrotte. Hinter dem 2,2 m breiten und 4,8 m hohen Eingang erweitert sich die Höhle zu einer 12 m breiten und 16 m langen Halle. Im Winter können wir oft herrliche Eisbildungen bewundern. Der eigenartige Name der Höhle ist auf eine Sage zurückzuführen. Die Blutspritzer, die man an der Höhlenwand fand, haben allerdings keinen mystischen Hintergrund, sondern sollen von Schwarzschlachtungen stammen.

 

Es nun weiter auf dem Weg mit dem grünen Punkt durch einen ansteigenden, waldigen Hohlweg. Dahinter liegen am Wegrand wieder einige Kallmünzer. Wo der Weg an seiner höchsten Stelle den Wald verlässt, entfaltet sich eine großartige Kulisse: Vor uns erhebt sich der Zinnberg mit der Maximiliansgrotte, nach links schweift Veldensteiner Mulde, begrenzt von der markanten Nadel des Fernmeldeturms auf der Hohen Reut bei Riegelstein. Weiter führt der Weg abwärts. In einer Geländemulde sieht man schon die Schlieraukapelle liegen.

 

Nun geht es weiter zur Maximilianshöhle. Auf dem Weg sehen wir ein süsses Eichhörnchen, das gerade eine Nuss isst. Bevor wir den Höhleneingang erreichen, gelangen wir am Windloch vorbei (geschützt mit Eisengitter und Absperrung). Hier stürzte bei der Entdeckung eine Wirtsfrau 26 m in die Tiefe und überlebte. In der Maximiliansgrotte befindet sich mit 6 m der größte Tropfstein Deutschlands. Im Winter ist sie geschlossen und gehört den Fledermäusen. Nach der Öffnung im April sehen wir noch 5 Fledermäuse, die durch das Windloch ein- und ausfliegen können. Eine Führung ist in jedem Falle interessant und zu empfehlen (Dauer ca. 45 Minuten - Führungen zu jeder vollen Stunde).

 

Weiter geht es zur Weissingkuppe. Der Weg führt über Steintreppen empor. Einige der umliegenden Felstürme sind als Pilzfelsen ausgebildet. Besonders beeindruckend ist ein Felsen rechts des Pfades. Die Natur schuf hier ein bizarres Gebilde. Der tonnenschwere Felsblock ruht auf einem Sockel mit einem Durchmesser von nur wenigen Dezimetern. Kurz darauf verschwindet der Weg in einer Felsspalte, die wie eine Pforte vor einem liegt. Mit dem Eintritt in diese Pforte gelangt man in ein ganzes System von Klüften, die in verschiedenen Winkeln zueinander stehen. Der Weg windet sich zwischen den Felsen hindurch, um dem Wanderer einen möglichst bequem begehbaren Durchgang zu bieten.

 

Weiter geht es über den breiten Rücken der Weissingkuppe. Der karstkundliche Wanderpfad erreicht hier mit 531 m seinen höchsten Punkt. Wäre die Weissingkuppe und ihre Umgebung nicht so stark bewaldet, hätte man von hier wohl eine umfassende Aussicht. So muss man sich aber mit einem interessanten Tiefblick durch den Buchenhochwald zufrieden geben. Beim anschließenden Abstieg macht der Weg eine starke Rechtskurve und führt erneut unterhalb von mächtigen Felsformationen entlang. Teilweise geht es nun auf Steintreppen tiefer.

 

Hier kann die typische Vegetation beobachten, die an der- artigen von Wald beschatteten Felsabhängen gedeiht. Das Gestein ist häufig bewachsen mit dem Tüpfelfarn und dem Braunstieligen Streifenfarn. Efeu rankt an den Felsen entlang und als typische Blütenpflanze sieht man den Ruprechtsstorchschnabel (auch Stinkender Storchschnabel) aus Löchern im Gestein wachsen. Die Abhänge unterhalb der Felsen sind dicht mit Bingelkraut, einer Pflanze mit unauffälligen grünen Blüten, bedeckt. Nachdem der Pfad in flacheres Gelände übergegangen ist, sieht man rechts im Wald eine Doline, eine Mulde von einigen Metern Durchmesser.

 

Nächstes Ziel ist die Steinerne Stadt. Man erreicht als erste bemerkenswerte Felsformationen die Zwei Brüder, zwei nebeneinander stehende Felstürme, zwischen denen der Weg hindurchführt. Auch bei den Zwei Brüdern zeigt sich wieder das Phänomen der Pilzfelsen. Nach der Formation der Zwei Brüder wird der Weg an beiden Seiten von den Felsen der Steinernen Stadt begleitet. Es sind mächtige Felsmassive, die von Klüften untergliedert sind. Dadurch entsteht für den Betrachter der Eindruck einer Stadt mit Türmen und einzelnen Gebäuden. An einer Stelle wendet sich der Weg nach links und steigt in einer engen Kluftgasse steil an. Links sieht man einen mächtigen überhängenden Felsen, die Wotanswand. Wie an vielen Stellen in der Steinernen Stadt wird hier häufig geklettert. Am Fuß des Felsens sind die Namen von Kletterrouten angeschrieben und an der Lage von Sicherungshaken sieht man den Verlauf der Routen. Unter dem Überhang der Wotanswand hängt eine Kassette aus Metall. In ihr befindet sich ein Buch, in das sich Bezwinger dieser schwierigen Route eintragen können.

 

Nun geht es weiter zur Vogelherdgrotte. Es handelt sich um eine Höhle mit zwei Eingängen. Obwohl sie nur eine Länge von 20 m besitzt, beeindrucken doch die großzügigen Raumdimensionen der Felsenhalle, die durch die beiden Eingänge vom Tageslicht dämmrig beleuchtet wird. Aus der Höhle ist eine Nutzung durch den vorgeschichtlichen Menschen nachgewiesen. Es wurden Bruchstücke von Tongefäßen aus der Latènezeit (späte Eisenzeit, 450-50 v. Chr) gefunden. Auch aus dem Spätmittelalter (13.-16. Jahrh.) sind Funde von Gefäßscherben bekannt (Stoll-Tucker, 1997).

 

Zum Abschluss kommen wir noch an den Opfersteinen vorbei und machen noch einen kurzen Abstecher auf die Burg Veldenstein. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf die eben gemachte Tour im herrlichen Nürnberger Land. Seit 2002 findet auf der Burg jährlich Ende Juli das Veldensteiner Festival statt, bei dem am Wochenende verschiedene Bands im Burghof spielen. Im Rahmen des Festivals wird außerdem ein Mittelaltermarkt veranstaltet.

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