Auf dem Goetheweg zum Brocken

Eckdaten:

Startpunkt: Wanderparkplatz Torfhaus
Dauer: 6 Stunden
Länge: 16 km
Höhenunterschied: +/- 330 m
Schwierigkeitsgrad: T1 - leicht
Wegbeschaffenheit: Waldweg, Asphalt
Kinderwagengeeignet: ja
Hinweis: ist sehr beliebt - wird jährlich von ca. 200.000 Menschen frequentiert
Aufnahmen und Video: Mai 2015

Beschreibung:

Der Goetheweg, der uns auf den höchsten Harzgipfel führen wird, beginnt am letzten Haus von Torfhaus. Welche Route Goethe seinerzeit eingeschlagen hat, ist heute nicht mehr genau zu rekonstruieren – sicher ist nur, dass er nicht exakt den Weg genommen hat, den wir heute gehen.

 

Die letzten Häuser von Torfhaus hinter sich lassend, folgt man dem Goetheweg und gelangt nach kurzer Zeit zum Großen Torfhausmoor, auch Radauer Born genannt. Es zählt zu den größten und ältesten Mooren des Harzes. Wir durchqueren dieses Hochmoor auf einem Bohlensteg des Nationalpark Harz. Es erhält – wie alle Hochmoore – seine Nährstoffe ausschließlich über das Regenwasser und ist deshalb sehr nährstoffarm. Die Bezeichnung "Hochmoor" rührt von der leichten, uhrglasförmigen Hochwölbung im Moorzentrum her, die man an dieser Stelle gut erkennen kann. Hochmoore sind ein Lebensraum für Spezialisten – nur besonders angepasste Tiere und Pflanzen können hier leben und überleben.

 

Wir genießen den Blick über die weite baumlose Moorfläche – bei klarer Sicht sieht man im Hintergrund den Brocken. Am Westrand des Moores entspringt die Radau – Quellbach des beliebten Kunstwasserfalls bei Bad Harzburg. Unmittelbar am Bohlensteg blicken wir auf einen Stillstandskomplex im Hochmoor – hier ist das Moorwachstum zur Ruhe gekommen.

 

Die Wanderung auf dem Goetheweg zum Brocken führt uns weiter durch das bewaldete Moorgebiet – rechts des Wanderweges sehen wir bald einen künstlich angelegten Graben, der den Goetheweg begleitet. Diesen Wasserlauf, den Abbegraben, kannte Goethe noch nicht – er wurde erst 1827 gebaut und erstreckt sich über 1.540 m Länge. Der Graben ist Bestandteil der "Oberharzer Wasserwirtschaft", des historischen Energieversorgungssystems des Oberharzer Bergbaus, das heute als Kulturdenkmal geschützt ist und sogar auf der Anwärterliste für das UNESCO-Weltkulturerbe steht.

 

Wir wenden uns an der folgenden Wegegabelung nach rechts, dann erreichen wir den Quitschenberg, einen Berg, auf dem zu Goethes Zeiten noch viele Quitschen (= Ebereschen) wuchsen. Da jedoch der Harzer Bergbau enorme Mengen Holz verschlang, wurden in späterer Zeit bevorzugt Fichten angepflanzt, die besonders rasch nachwachsen. Viele ältere Fichten, die hier zu sehen sind, sind tot, vernichtet von einem Borkenkäfer, dem Buchdrucker.

 

Die Wanderung führt nun weiter durch dichten Fichtenwald. Wir streifen das Brockenfeldmoor und erreichen wenig später den "Eckersprung" mitten im Grünen Band. So, wie die meisten Harzbäche den Mooren des Hochharzes entspringen, hat hier die Ecker ihre Quelle. Wir verlassen den schützenden Wald und treten hinaus auf eine Fläche, die nur noch mit wenigen Bäumen bestanden ist. Hier verlief auch die ehemalige innerdeutsche Grenze, deren Verlauf wir über eine kurze Strecke folgen. Vor uns liegt nun das Gleisbett der Brockenbahn.

 

Während wir immer weiter dem Gleisbett der Brockenbahn folgen, können wir beiderseits des Weges die Eigentümlichkeiten der Vegetation des Goethemoores beobachten. Wir kommen nun dem mit 1.141 m höchsten Gipfel des Harzes immer näher - dem Brocken. Deutlich ist zu sehen, dass der Wuchs der Fichten hier gedrungener ist und viele Bäume bereits abgestorben sind.

Als Goethe den Brocken bestieg, gab es die Brockenstraße noch nicht. Gerade der letzte Abschnitt seines Aufstiegs war recht beschwerlich und gefahrvoll. Auf dem Gipfel angekommen, zeigte sich Goethe tief beeindruckt. Er ließ sich von Degen herumführen, sah Hexenaltar und Teufelskanzel und ahnte trotz des Nebels, der den Gipfel umhüllte, die unbeschreibliche Aussicht.

 

Gipfel: Seit der Grenzöffnung kommen an Spitzentagen bis zu 50.000 Besucher täglich hier an.

Wir sehen neben der Dampflok auch Kutschen, Fahrräder und Pedelecs.

 

Alternative Route:

Wem der Goetheweg zu lange ist, kann die Gipfeltour auch spektakulär abkürzen. Mit der Brockenbahn (Harzer Schmalspurbahn) kann man z.B. ab Schierke direkt via Dampflokomotive auf den Gipfel fahren und oben angelangt eine Gipfelrundwanderung unternehmen. In Schierke gibt es darüber hinaus eine Sommerrodelbahn (Brocken Coaster), so dass auch die Kids auf Ihre Kosten kommen. Alternativ zur Nostalgiefahrt mit der Dampflokomotive kann in Schierke auch eine Kutschfahrt mit weniger Pferdestärken zum Brocken gebucht werden.

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